Tontagebau Schenkenbusch
Alfter-Witterschlick

Seit mehr als als vier Jahrzehnten werden in der Grube Schenkenbusch in Alter-Witterschlick unterschiedlichste Tone höchster Qualität gewonnen und von dort aus weltweit exportiert. Die Anfänge der Tonförderung in Witterschlick reichen dabei zurück bis in die 1930er Jahre: Damals noch im Untertagebau wurden die Tone zunächst in der ehemaligen Grube Eiche gewonnen, deren Gebäude und Förderanlagen heute unter Denkmalschutz stehen. Dass Witterschlick auf eine lange Tradition der Tonförderung zurückblicken kann, spiegelt sich auch in der Namensgebung wider: So bedeutet Witterschlick nichts Anderes als "weißer Ton".

 

Hier erfahren Sie mehr über die Geschichte der Grube Schenkenbusch, die Besonderheiten des Witterschlicker Tons sowie zu den zukünftigen Rekultivierungsmaßnahmen. Selbstverständlich können Sie sich außerdem über die geplante Norderweiterung informieren und die entsprechenden Antragsunterlagen einsehen. Wir freuen uns über Ihren Besuch auf unserer Webseite und stehen Ihnen bei Fragen – gleich welcher Art – jederzeit zur Verfügung.

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Ansicht der ursprünglichen Tonförderanlagen Grube Eiche.

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Ansicht der ursprünglichen untertägigen Tonförderung im Witterschlicker Revier.

Witterschlicker Blauton – hier findet er Verwendung

Zum Einsatz kommt Blauton aufgrund seiner besonderen naturgegebenen Eigenschaften insbesondere bei Spezialprodukten, an deren Herstellung besondere Ansprüche gekoppelt sind. Hierzu zählen unter anderem hochwertige Abdichtungen für Trinkwasserbrunnen sowie klassische Steinzeugabwasserrohre mit besonders großen Durchmessern und Wandstärken. Aber auch in der traditionellen Stahlproduktion findet Blauton als keramischer und zugleich hoch feuerfester Stein Verwendung: hier insbesondere als Festigkeitsbildner in der Rohfertigung, aber auch als „Verkittung“ von natürlichen sowie künstlich hergestellten Industriemineralien wie beispielsweise als Auskleidung von sogenannten Wannenöfen, die bei der Herstellung von Flaschenglas zum Einsatz kommen.

Unverzichtbar ist der Witterschlicker Blauton darüber hinaus bei der Herstellung von säurebeständigen, großformatigen Industriefliesen. Der Grund: durch seine natürliche Beschaffenheit verleiht der Blauton den Fliesen genau die Eigenschaften, die die gesetzlich vorgeschriebenen Hygienestandards beispielsweise für Brauereien, Molkereien, Autowerkstätten, chemische Produktionsanlagen oder auch Schwimmbäder vorschreiben.

Fragen und Antworten

Der häufig von Fußgängern und Radfahrern genutzte „Lüsbacher Weg“ fungiert seit Jahren als direkte Verbindung von Witterschlick in das Naherholungsgebiet Kottenforst. Gleichzeitig markiert er die Grenze zwischen dem bisherigen Tontagebau und der geplanten Norderweiterung. Der Lüsbacher Weg wird unseren Planungen zufolge dauerhaft bestehen bleiben. Da der Abtransport des gewonnenen Tons weiterhin über die Schmale Allee erfolgen soll, planen wir den Lüsbacher Weg entweder zu untertunneln oder zu überbrücken. Zu einem späteren Zeitpunkt würden wir den Weg neu anlegen und einige Meter in Richtung Süden verlegen. Der Weg in den Kottenforst bzw. zurück nach Witterschlick würde aber in jedem Fall dauerhaft erhalten bleiben.

Im Rahmen der Antragserstellung wurde ein schalltechnisches Gutachten durch das Wuppertaler Ingenieurbüro constructionconsulting zur geplanten Norderweiterung des Tontagebaus Schenkenbuch erstellt. An sieben maßgeblichen Immissionsorten wurden für die verschiedenen Abbauabschnitte die maximal zu erwartenden Schallpegel gemessen. Der höchste aller in diesem Zusammenhang berechneten Werte lag bei 44 db(A) und damit deutlich unter dem Immissionsrichtwert von 50 db(A) für reine Wohngebiete.

Der geringste Abstand der geplanten Norderweiterung zur Wohnbebauung beträgt unserem Antrag zufolge 170m. Die geforderten Immissionsrichtwerte werden dabei laut Gutachten jederzeit sicher eingehalten. Die durch die Abbauarbeiten in der geplanten Norderweiterung entstehende Geräuschentwicklung für das angrenzende Wohngebiet wird sich also in jedem Fall in engen Grenzen halten und in etwa den Immissionen entsprechen, die durch den Tonabbau im bestehenden Tagebau bereits bekannt sind. Seit mehr als 20 Jahren haben wir keine einzige offizielle Beschwerde wegen zu großen Lärms erhalten, der auf die Abbauarbeiten im Tontagebau Schenkenbusch zurückzuführen wäre, obwohl hier eine zum Teil größere Nähe zur Wohnbebauung – rund 100 Meter zur Wilde Straße – besteht.

Hier geht es zum gesamten schalltechnischen Gutachten.

Zur Vermeidung von Staub und Lärm wird, wie am derzeit bestehenden Tagebaurand vorhanden ist, ein Wall mit einer Höhe von 2m, und 5m Breite entsprechend den Berechnungen der schalltechnischen Untersuchung, entlang der östlichen Tagebaugrenze angelegt. Darüber hinaus wird zwischen der bebauten Ortslage Witterschlick eine Gehölzpflanzung als Sichtschutz, entsprechend Anhang F 38 und F 39 (Verlinkung zum jeweiligen pdf) , angelegt. Bei extrem trockener Witterung wird der Staub auf den Abraumtransportwegen mit Wasser gebunden.

In Abhängigkeit von den anstehenden Tonsorten und der Marktsituation beträgt die Tonförderung der Erweiterungsfläche von ca. 17,5 Hektar 40 Jahre.
Nicht nur die Transportroute über die Schmale Allee soll nach der Norderweiterung unverändert bleiben, auch an der Frequenz der abbaubedingten Lkw-An- und Abfahrten soll sich nichts ändern. Die geplanten Fördermengen entsprechen denen, die wir auch momentan realisieren. Dementsprechend wird sich auch die Zahl der Lkw-Fahrten, durch die der Ton aus dem Tagebau abtransportiert wird, nicht erhöhen.
Unter Berücksichtigung der Sicherheitsabstände entlang fremder Grundstücksgrenzen beträgt der Lagerstätteninhalt ohne Böschungsverluste ca. 3,25 Mio. Tonnen.
Noch vor Beginn eines möglichen Tonabbaus in der Norderweiterung planen wir zwei ausgedehnte Grünstreifen zwischen dem Witterschlicker Ortsrand und der Erweiterungsfläche zu realisieren. Dort möchten wir unter Einbeziehung der Witterschlicker Bürgerinnen und Bürger ein attraktives Umfeld und zusätzliche Freizeitangebote schaffen. So seien unter anderem die Errichtung eines modernen Kinderspielplatzes, aber auch die Umsetzung weiterer Angebote denkbar. Die vom Ortsrand ausgehenden Rekultivierungsarbeiten am bestehenden Tontagebau sollen ebenfalls unmittelbar nach einer möglichen Genehmigung des Erweiterungsantrags eingeleitet werden. Geplant ist die Schaffung einer Grabenlandschaft, die von kleineren Fließ- und Teichgewässern durchzogen ist und nach dem Ende des Tonabbaus in der Norderweiterung auch auf dieses Areal ausgedehnt werden soll.
Die Tongewinnung erfolgt nach Beseitigung der oberhalb liegenden Schichten im Trockenabbau mittels Tieflöffel-Hydraulikbagger von oben nach unten. Dazu wird der Bagger auf der Berme an den abzubauenden Tonstoß herangefahren und säubert zuerst die Oberfläche von Verunreinigungen wie Kies und Braunkohleneinlagerungen. Anschließend wird der Ton durch selektive Gewinnung gelöst, in den bereitgestellten Dumper geladen und zu den Tagesanlagen gefahren. Um eine Konstanz der zu fördernden Tonqualitäten zu erreichen, ist es erforderlich, an verschiedenen Stellen Zugriff auf die in der Lagerstätte anstehenden Tone zu haben, damit die lagerstättenbedingten Schwankungen in der chemischen Zusammensetzung ausgeglichen werden können. Die Tonverladung erfolgt im Bereich der bestehenden Tagesanlagen mit dem Radlader. Dazu werden die hergestellten Mischungen oder der Grubenton aus den Verladeboxen mit dem Radlader aufgenommen und auf die bereitstehenden LKW verladen. Zur Gestaltung der Innenkippe und zum Wegebau im Tagebau wird eine Planierraupe eingesetzt. Die anfallenden Abraummassen und nicht verwertbaren Zwischenmittel werden in den ausgetonten Bereichen verfüllt und mit der Planierraupe eingebaut. Für den Wegebau zum Tonstoß sowie zur Rekultivierungsfläche wird die Planierraupe ebenfalls eingesetzt. Die weiteren Einzelheiten der Gewinnungs- und Fördertechnik werden im Hauptbetriebsplanverfahren geregelt.
Zur Tonlagerung stehen drei in Boxen unterteilte Lagerhallen mit einem Fassungsvermögen von ca. 11.000 t zur Verfügung. Die Einlagerung der Tone in die Lagerhallen erfolgt durch Abkippen des Grubentones in die Boxen und anschließendes Einschieben mit dem Radlader. Tonmischungen werden mittels eines Kastenbeschickers mit nachgeschaltetem Tonschnitzler über eine an der Hallendecke angebrachte Bandanlage in die Lagerboxen eingestreut.
Die bestehenden genehmigten Einrichtungen wie Büro, Sozialräume und Tagesanlagen wie Tonschnitzler, Trafostation, Tankanlage, Öllager und Waage werden auch für die Erweiterung des Tagebaus genutzt.

Wasserschutz
Das Tagebaugelände liegt außerhalb von Wasserschutzgebieten. Das nächstgelegene Wasserschutzgebiet „Alfter-Heidgen“ schließt sich nach Süden an die Ortslage Volmershoven an und befindet sich somit in einer Entfernung von ca. 1,6 km zum geplanten Vorhaben. Auswirkungen auf die Quellfassung „Alfter Heidgen“ sind auszuschließen.

 

Naturschutz
Die geplante Erweiterung des Tagebaus „Schenkenbusch“ liegt innerhalb des ausgewiesenen Landschaftsschutzgebietes, jedoch außerhalb von Naturschutz- und FFH-Gebieten. Das nächstgelegene Naturschutzgebiet, die „Tongrube Witterschlick“, grenzt unmittelbar östlich an die Grenze des Rahmenbetriebsplanes „Schenkenbusch“ an. Der Abstand dieses Naturschutzgebietes zur geplanten Erweiterungsfläche beträgt 350 m. Der Abstand zu dem westlich der Erweiterungsfläche ausgewiesenem FFH-Gebiet „Waldville“ und dem mit diesem deckungsgleichen Vogelschutzgebiet beträgt 450 m. Das FFH-Meldegebiet „Waldville“ umfasst insgesamt 1.130 ha und erstreckt sich auf das Gemeindegebiet von Alfter, Meckenheim, Rheinbach und Swisttal, die alle dem Rhein-Sieg-Kreis zugehörig sind.

Im Bereich der unmittelbaren Eingriffsfläche liegen keine gesetzlich geschützten Biotoptypen in den einschlägig vorgegebenen Mindestflächengrößen (gemäß Kartieranleitung in Nordrhein-Westfalen des LANUV) vor.

Bestand und Planung im Überblick:

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Antragsunterlagen zur Erweiterung des Rahmenbetriebsplans einsehen

Gerne stellen wir Ihnen an dieser Stelle sämtliche Unterlagen des eingereichten Antrags zur Norderweiterung der Grube Schenkenbusch zum Download zur Verfügung:

Rekultivierung der Grube Schenkenbusch

Als Traditionsunternehmen bilden der regionale Bezug sowie der direkte Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern vor Ort wichtige Säulen unseres unternehmerischen Handelns. Dabei legen wir neben Qualität und Sicherheit vor allem großen Wert auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit: Das Ziel, die Auswirkungen unserer Rohstoffgewinnung auf die Umwelt so gering wie nur möglich zu halten, ist damit nicht nur fest in unserer Unternehmensstrategie verankert, sondern längst ein integraler Bestandteil unserer Firmenphilosophie.

In enger Zusammenarbeit mit Umweltverbänden wie dem NABU, der Biologischen Station Bonn / Rhein-Erft und regionalen Landschaftsverbänden haben wir so bereits an anderen Standorten ganze Gruben-Areale flächig im Einklang mit den Umgebungsbiotopen gestaltet – und das stets unter angemessener Betrachtung der regionalen Flora und Fauna. Unser Anspruch ist es dabei stets, das bewirtschaftete Gelände nach und nach wieder der Natur zu übereignen und diesen Prozess über lange Jahre federführend mitzugestalten und verantwortungsbewusst zu begleiten.

Maßnahmen zur Rekultivierung und zum Schutz der Umwelt

Einbeziehung der Witterschlicker Bürgerinnen und Bürger

In die Planungen für den bereits bestehenden Tontagebau Schenkenbusch und dessen zukünftige Norderweiterung sind umfangreiche Maßnahmen zur Rekultivierung und zum Schutz der Umwelt eingeflossen. Realisiert werden sollen so beispielsweise zwei ausgedehnte Grünstreifen zwischen dem Witterschlicker Ortsrand und der Erweiterungsfläche – und das noch vor Beginn eines möglichen Tonabbaus in der Norderweiterung. Außerdem ist dort die Schaffung eines attraktiven Umfeldes mit zusätzlichen Freizeitangeboten geplant, bei dessen Umsetzung wir auf die Einbeziehung und den direkten Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern in Alfter-Witterschlick setzen. Denkbar ist beispielsweise die Errichtung eines modernen Kinderspielplatzes, aber auch die Umsetzung weiterer Angebote.

Nach der möglichen Genehmigung des Erweiterungsantrags werden planmäßig auch die vom Ortsrand ausgehenden Rekultivierungsarbeiten am bestehenden Tontagebau Schenkenbusch beginnen. Angedacht ist die Realisierung einer Grabenlandschaft, die von kleineren Fließ- und Teichgewässern durchzogen ist und nach dem Ende des Tonabbaus in der Norderweiterung auch auf dieses Areal ausgedeht werden soll.

Über Uns

1838 als Familienunternehmen gegründet, eröffnete das Unternehmen 1896 als Fuch’sche Tongruben den ersten Tagebau im Westerwald. Heute gehört Sibelco Deutschland GmbH zur international tätigen belgischen Sibelco-Gruppe und produziert neben hochwertigen Tonen Kaoline und keramische Massen für deutsche und europäische Kunden.

Über 200 Standorte auf fünf Kontinenten und mehr als 10.000 Mitarbeiter: Als Traditionsunternehmen und einer der führenden Anbieter von Industriemineralien belegt die Sibelco-Gruppe international einen Spitzenplatz auf dem Gebiet innovativer Rohstofflösungen. Oberste Priorität haben dabei in jeder Hinsicht Qualität und Sicherheit – nicht nur im alltäglichen Arbeitsumfeld unserer Mitarbeiter, sondern auch in Bezug auf baumaßliche sowie produktionstechnische Erweiterungen zur Absicherung der Anlagen und Betriebsstätten.

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